Wirkweise: Wie die Pyramide wirklich funktioniert
Die Pyramide ist kein Zufall und kein bloßes
Organisationsmodell – sie ist ein
Wirkprinzip mit sehr klaren,
systemimmanenten Effekten:
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Verdichtung von Macht & Kontrolle
Je höher die Ebene, desto mehr Macht konzentriert sich.
Hierarchie wird teilweise zum Selbstzweck.
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Systemische Fremdsteuerung
Innere
Autorität und Eigenwahrnehmung werden systematisch geschwächt.
Entscheidungen folgen Vorgaben, nicht dem eigenen Kompass.
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Entfremdung vom Selbst & vom Ergebnis
Der eigene Beitrag wirkt entkoppelt von Sinn und Wirkung. Der
Mensch wird zum Rädchen; das Ego wird gefördert (Abgrenzung,
Wissen bunkern, Übervorteilen, Hervorstechen), während Empathie
und echte Verbindung zurückgestellt werden.
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Schmale Lösungsräume
Vorgegebene Wege,
Policies und „Best Practices“ verdrängen organische, kreative
oder kontextuelle Lösungen.
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Abhängigkeit nach oben
Energie,
Verantwortung und Initiative werden kontinuierlich nach oben
delegiert und verdichtet. Unten bleibt oft nur Ausführung und
Anpassung.
Das Ergebnis ist kein moralisches Versagen einzelner
Personen – es ist
systemimmanent: Die Pyramide ist hoch effizient
für Kontrolle und Stabilität, aber schwerfällig, innovationsarm und
entfremdend für lebendige menschliche Entfaltung. Anpassungen wie
„flachere Hierarchien“ oder „agile Methoden“ lindern Symptome, ändern
aber selten das Grundprinzip.
Der Kern der Entfremdung: Ständige Orientierung am Außen
(„es anderen recht machen“, „es gut machen“) statt Hören auf die eigene
Stimme und bewusste innere Wahrnehmung. Das macht es fast unmöglich,
ganz Mensch zu bleiben und zentriert in der eigenen Mitte zu verweilen.
Weil es schleichend geschieht, weil es Usus ist und weil die meisten es
nicht anders kennen, bleibt die Wirkung meist unbemerkt.